Gemeinde Eichenzell

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Alte Warte in Rothemann - Der Alte Turm war fast vergessen


In Rothemann steht unweit der Bundesstraße 27 eine Warte

Er ist der südlichste aller Warttürme um Fulda und wäre fast in Vergessenheit geraten: Der Alte Turm, wie er genannt wird, steht bei Rothemann, ganz in der Nähe der B 27. Nachdem er über die Jahrhunderte verfallen war, wurden die Reste vom Bund der Heimatfreunde Rothemann 1974 wieder ausgegraben und aufgemauert.



Einst soll der Wartturm bei Rothemann zwölf bis 15 Meter hoch gewesen sein, heutzutage misst er nur eineinhalb Meter. Das Gebilde ist ein Nachbau, entstanden aus den Resten, die von dem im 14. Jahrhundert erbauten Turm noch übrig geblieben waren.

"Da hat sich über die Jahre der ein oder andere Bewohner der umliegenden Dörfer bedient und die Steine für das eigene Haus genutzt", weiß Matthias Hautumm, Vorsitzender beim Bund der Heimatfreunde Rothemann. Der Verein hat den Wartturm in den 70er Jahren wieder aufgebaut und pflegt den Platz um den Turm herum. Vor allem Frank Mattheis und sein Sohn Silas sorgen dafür, dass die Fläche sauber bleibt. Es gibt eine Sitzgarnitur und eine Tafel, auf der der Wartturm und die nahe gelegenen Hügelgräber beschrieben sind. Und wenige Meter vom Turm entfernt liegt ein großer Findling. Es ist ein idyllischer Ort, mitten im Wald - auch wenn die Bundesstraße gut zu hören ist.

"Im Mittelalter gab es hier keine hohen Bäume, sodass man bis zum Schlossturm nach Fulda schauen konnte", erklärt Hautumm. Ganz in der Nähe befand sich außerdem eine alte Handelsstraße, die von Bad Hersfeld nach Hammelburg führte. "Auf dieser Straße fielen auch immer wieder die Raubritter von Ebersberg ein, die ja nicht weit von hier lebten", weiß der 51-Jährige.

Die Raubritter von Ebersberg waren es auch, die 1271 den Fuldaer Fürstabt Bertho II. von Leibolz während einer Messe ermordeten. Solche Fehden sorgten dafür, dass die Warttürme unter der Herrschaft von Abt Heinrich von Hohenberg im 14. Jahrhundert errichtet wurden. Wenn sich Feinde der Stadt näherten, wurden am Tag Flaggensignale und in der Nacht Feuersignale von einem Turm zum nächsten gegeben. Insgesamt soll es neun Türme gegeben haben. Neben den heute noch sichtbaren Warten in Großenlüder, Lüdermünd, Kämmerzell, Petersberg, Dirlos, Eichenzell und Rothemann noch bei Lehnerz und Haimbach. Doch der letztgenannte Turm ist nicht belegt.



Auch der Alte Turm bei Rothemann wäre in Vergessenheit geraten, wenn die Reste in den 1970er Jahren nicht ausgegraben worden wären: "Manchmal wird er heute noch gern vergessen. Als meine Söhne vor zehn Jahren in der Grundschule waren, haben sie der Lehrerin erst mal erzählt, dass es in Rothemann auch einen Wartturm gibt", erinnert sich Hautumm.

Um den Turm bekannter zu machen, veranstaltet der Bund der Heimatfreunde immer mal wieder Wanderungen zum Turm. "Vor zwei Jahren endete dort unsere Märchenwanderung. Damals wurde im Turm sogar gegrillt. Das war eine schöne Veranstaltung."


Wo ist der Turm?


Der Alte Turm befindet sich nördlich von Rothemann in der Nähe der Bundesstraße 27. Erreichbar ist er über die Kerzeller Straße. Dort zweigt ein Waldweg ab, der am Turm vorbeiführt.

Text: Daniela Petersen / Fuldaer Zeitung
Fotos: Daniela Petersen







 


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