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18.01.2020

Jahresempfang der Gemeinde vom 16.01.2020

Eichenzell entwickelt sich gut

Bürgermeister Kolb ist zufrieden, beklagt aber Klimadebatte

Die Gemeinde Eichenzell hat sich 2019 Jahr gut entwickelt – auch wenn die Rahmenbedingungen vor allem für die Unternehmen schwierig geworden sind. Diese Botschaft zog sich am Donnerstagabend, 16.01.2020 beim Neujahrsempfang durch die Rede von Bürgermeister Dieter Kolb.

Foto: Volker Nies / Fuldaer Zeitung

Es war das letzte Mal, dass Kolb Bürgern seiner Gemeinde und vielen Vertretern aus der Region als Bürgermeister ein gutes neues Jahr wünschte.


Ende Mai endet seine Amtszeit. Sein Nachfolger hörte ihm aufmerksam zu. Alle möglichen Nachfolger – Johannes Rothmund (CDU), Harald Friedrich (BLE) und Lutz Köhler (SPD) – waren beim Empfang im Schlösschen im Publikum präsent. Der Bürgermeister stellte heraus, dass die Gemeinde 2019 zwei Probleme gelöst habe, die Eichenzell mehrere Jahre lang polarisiert hatten: Für die Bauschuttaufbereitungs-Firma Weider wurden zwei neue Standorte gefunden; die Straßenbeiträge wurden mit den Stimmen aller Fraktionen abgeschafft.


In den vergangenen zwölf Jahren habe die Gemeinde 1000 zusätzliche Arbeitsplätze gewonnen – einschließlich der 300 Jobs, die die Bäckerei Pappert noch verlagern will. Auf das sehr schnelle Glasfasernetz in Eichenzell setze die Firma Internexio. Sie werde noch 2020 beginnen, in Eichenzell ein regionales Rechenzentrum zu bauen. Die Firma CompControl IT-Service komme aus Gersfeld nach Eichenzell. Die Gemeinde werde sich wegen ihrer weit entwickelten Digitalisierung für Fördermittel als Smartcity bewerben, kündigte Kolb an. Der Rathauschef kritisierte die Art der Klimadiskussion. Er berichtete, dass die Autokrise Folgen für Eichenzell habe, wo Zulieferbetriebe arbeiten. Dass mit der Autobranche eine deutsche Schlüsselindustrie unter Druck stehe, habe viele Ursachen. „Ein Grund ist, dass die Branche in unserem Land schlecht geredet wird. Der Klimawandel existiert, aber das bedeutet nicht, dass man eine Industrie kaputtreden muss.“ Der Begriff „Klimahysterie“ sei für ihn nicht das „Unwort des Jahres“ sondern passend, „um zu beschreiben, dass viele mit ihren Forderungen über das Ziel hinausschießen und Deutschland überdreht, wenn es mit eigenen Maßnahmen die ganze Welt retten will.“

„Ihnen geht es saugut“, fasste der Münchner Kabarettist Christian Springer Kolbs Bilanz zusammen. Aus dem Wohlergehen erwachse die moralische Verpflichtung, sich um Schwächere zu kümmern – vor Ort und in der
Welt. Springers Botschaft: Der einzelne Bürger kann eine Menge bewegen. Als Beispiel nannte Springer sein eigenes Engagement für die Feuerwehren im Libanon und in Syrien. Ihn beeindrucke, dass deutsche  Feuerwehrleute ihre Kollegen im Nahen Osten als „Kameraden“ bezeichneten und sie auch so behandelten, obwohl sie einer anderen Kultur angehörten. Springer forderte Kommunalpolitiker und Unternehmer auf, ehrenamtliches Engagement besser zu fördern: „Ohne ehrenamtliches Engagement bräche die Gemeinschaft zusammen.“ Edwin Balzter, Vorsitzender der Gemeindevertretung, erinnerte an die Ermordung von Regierungspräsident Walter Lübcke im Juni 2019. Die Gemeindevertreter hätten sich danach verpflichtet, sorgsamer miteinander umzugehen. Ein respektvoller Umgang sei auf allen Ebenen notwendig.

Für den musikalischen Rahmen sorgten Pia-Maria Sauer (Saxophon) und Wolfgang Harling (Klavier).

Text: Volker Nies / Fuldaer Zeitung