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15.05.2019

Nahmobilitätskonzept für Eichenzell vorgestellt

Eichenzell soll in die Pedale treten

Nahmobilitätskonzept, um Infrastruktur für Radfahrer zu verbessern

Rund  5000 Menschen, die nach Eichenzell ein- oder auspendeln, haben einen Arbeitsweg von weniger als zehn Kilometern. Für Betriebswirt Rolf Valussi sind das Personen, die potenziell auch mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren könnten. Valussi hat für die Gemeinde Eichenzell ein Nahmobilitätskonzept erstellt.

Die Infrastruktur verbessern, Mobilitätsketten schließen und dadurch Anreize schaffen, um statt mit dem Auto mit dem Fahrrad oder E-Bike beziehungsweise dem Öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit zu fahren – das sind die Ziele des Nahmobilitätskonzepts.

Rolf Valussi von Valussi Projektberatung hat dafür drei Hauptrouten erarbeitet, die Eichenzell mit den umliegenden Kommunen verbinden. Die Prämisse: Auf diesen Strecken sollen Fahrradfahrer und Fußgänger sicher unterwegs sein, schnell zum Ziel kommen, und es sollte größtenteils die vorhandene Infrastruktur genutzt werden.

„Es geht uns dabei nicht um Fahrradtourismus, sondern um Alltagstauglichkeit“, sagt Bürgermeister Dieter Kolb.  Dass Eichenzell überhaupt auf die Idee kam, ein Nahmobilitätskonzept, dessen Planung insgesamt 80 000 Euro kostet, zu erstellen, kam durch die Mitgliedschaft im Bündnis der Klima-Kommunen. „Da haben wir gesehen, dass das Land in dem Bereich viele Fördermöglichkeiten anbietet“, erklärt Kolb und sagt, dass dabei mitunter Förderquoten von 70 bis 90 Prozent im Raum stünden. Auch für das Erstellen des Konzepts bekommt die Gemeinde vom Land einen Zuschuss von 60 000 Euro.

Wie viel letztlich von den Ideen umgesetzt wird, kann der Bürgermeister noch nicht sagen. „Generell dürfte das Konzept für die nächsten zehn Jahre Gültigkeit haben. Alles auf einmal lässt sich nicht realisieren. Wir werden zunächst Schwerpunkte setzen und etwa die vorhandenen Strecken ausbessern. Das muss aber auch alles von der Politik gewünscht sein, und es müssen die finanziellen Möglichkeiten vorhanden sein“, sagt Kolb.

Viele Wege seien schon da und brauchten dann nur beschildert werden. An manchen Streckenabschnitten hakt es aber auch: „Da müssen wir mit Hessen Mobil noch Lösungen finden. Wir schlagen der Verkehrsbehörde aber immer mehrere Varianten vor, wo die Magistralen – so heißen die drei Hauptwege – noch entlangführen können“, erklärt Rolf Valussi, der das Konzept am Dienstagabend einigen Eichenzeller Gewerbetreibenden vorgestellt hat. Sie sollen ebenfalls dafür sensibilisiert werden. „Es gibt Firmen, die ihre Mitarbeiter zum Beispiel beim Kauf eines E-Bikes unterstützen“, sagt Valussi. Um Co₂ zu verringern, sei es auch sinnvoll, wenn Firmen untereinander ihre Schichten absprechen, sodass Fahrgemeinschaften gebildet werden könnten.

Im Industriegebiet Welkers und im Kernort Eichenzell könnten zukünftig auch Sammelschließanlagen für E-Bikes aufgestellt werden – das ist im Konzept zumindest angedacht. Dort könnten E-Bikes aufgeladen oder auch ausgeliehen werden. „Die Gemeinde könnte sich einige E-Bikes anschaffen und das anbieten. Auch wäre es denkbar, dass wir eine Art E-Car-Sharing einrichten, also Dienstwagen als Elektrofahrzeuge anschaffen, und diese außerhalb der Arbeitszeit verleihen könnten“, sagt Kolb. In einigen Großstädten gebe es solche Angebote, der Bürgermeister ist überzeugt, dass sich das zum Teil auch auf den ländlichen Raum übertragen lässt.

Neben dem Nahmobilitätskonzept ist auch ein schulisches Mobilitätskonzept angedacht. „Wir wollen weg vom Eltern-Taxi. Ein Bewusstsein dafür zu schaffen, fängt schon im Kindesalter an“, sagt Bauamtsleiter Nico Schleicher.

Und dass etwa an der Von-Galen-Schule offenbar nicht viele Schüler mit dem Rad fahren, zeigt eine Zählung vom April: „Wir haben nur 20 Fahrräder gezählt. 200 der 428 Schüler kamen mit dem Bus. Die restlichen sind gelaufen oder mit dem Auto gefahren worden“, sagt Valussi.

Mit dem Konzept sollen Strecken für Menschen ausgewiesen werden, die mit dem Rad zur Arbeit fahren.       

Text: Daniela Petersen / Fuldaer Zeitung

Foto: Volker Nies