DE EN

+49 (0) 66 59 / 979-0

DE EN

Mo. Di. Do.

Mi.

Fr.

Sa.*

08.00 – 16.00 Uhr

08.00 – 18.30 Uhr

08.00 – 12.00 Uhr

10.00 – 12.00 Uhr

* nur in geraden Kalenderwochen

Menü

01.06.2020

Verabschiedung von Bürgermeister Dieter Kolb und Amtseinführung von Bürgermeister Johannes Rothmund

Zwölf Jahre, die Eichenzell voranbrachten

Trotz Corona: In würdigem Rahmen übergibt Dieter Kolb an Johannes Rothmund

Foto: Volkers Nies

Es gab keinen Sekt, keinen Händedruck und nur wenige Gäste – dennoch war die Verabschiedung von Bürgermeister Dieter Kolb (64) durch die Gemeindevertreter unter Corona-Bedingungen am Donnerstagabend, 28. Mai 2020 eine sehr würdige Veranstaltung. Für Kolb gab es nach zwölf Jahren im Amt viel Lob.

„In meiner Amtszeit ist das heute vielleicht die schwerste Rede. Denn der Abschied tut weh“, sagte Kolb im Bürgerzentrum Rothemann. Im größten Bürgerhaus der Gemeinde konnten die Gemeindevertreter die Coronaabstände am besten einhalten. Mit Hilfe eines kleinen Films zählte Kolb Höhepunkte seiner Zeit auf. „Was wir geschafft haben, war nicht die Leistung eines einzelnen. Gemeinsam haben wir viel erreicht“, betonte Kolb. Er dankte besonders seinen Mitarbeitern und den Gremien der Gemeinde.

 

In der Aufzählung der größten Erfolge der zwölf Jahre waren sich die Redner des Abends einig:_Die Gemeinde hat Deutschlands schnellstes Glasfasernetz erhalten, Firmen mit 1000 neuen Jobs haben sich angesiedelt, aus dem alten Herrenhaus ist mit 17 Wohnungen für behinderte Jugendliche ein Vorzeigeprojekt der Inklusion geworden, Eichenzell bekam Partnerstädte in Irland und Tschechien, und die Gemeinde hat nach heftigem Streit einen neuen Standort für die Bauschuttaufbereitung der Firma Weider gefunden.

„Die Gemeinde hat dir großartige Erfolge zu verdanken“, sagte Gemeindevertretungsvorsitzender Edwin Balzter. „Wir haben Eichenzell in den zwölf Jahren um viele Schritte vorangebracht und werden von vielen Gemeinden bewundert.“

Vize-Bürgermeister Peter Happ lobte:_„Du hast einen guten Job gemacht. Die Gemeinde hat viel investiert – in die Feuerwehren, Kindergärten und Bürgerhäuser.“ Mit dem Einsatz von elf Millionen Euro für das Glasfaser-Projekt habe Kolb Mut bewiesen. Beim Streit um das Weider-Projekt und die Straßenbeiträge in Sachsenhausen hätten Kolb, die Mitarbeiter der Verwaltung und mancher Gemeindevertreter aber auch „viel Panikmache und Hetze aushalten müssen“.

„Die heftigen Anfeindungen haben die Mitarbeiter belastet“, sagte auch Personalratsvorsitzender Benjamin Günder. Ebenso wie Bauamtschef Nico Schleicher, dienstältester Abteilungsleiter, nannte Kolb einen sehr guten Chef, der auf seine Mitarbeiter höre und sich vor diese stelle.

Dass Kolb immer ein offenes Ohr für die Ortsteile gehabt habe, lobte Erhard Kiszner aus Rönshausen als dienstältester Ortsvorsteher.

Kolbs Engagement für die Verschwisterungen stellte Birgit Kömpel, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, heraus.

Seinen Nachfolger Johannes Rothmund (45) bezeichnete Kolb als den „richtigen Mann am richtigen Platz“. Rothmund wurde von Balzter und Kolb ins Amt eingeführt – den Handschlag zur Verpflichtung gab es coranabedingt aber nicht.

 

Rothmund kündigte an, er wolle sein Amt unparteiisch ausüben, allen Fraktionen mit Respekt begegnen und die Bürger mehr in Entscheidungen einbeziehen. Er lobte: „Dieter Kolb hat Spuren hinterlassen, die weit über seine Amtszeit hinausreichen werden.“

 

Den Schlusspunkt setzte die Feuerwehr: Sie erwartete Kolb und Rothmund vor dem Bürgerhaus mit neun Fahrzeugen, Blaulicht und Martinshorn. Rothmund erhielt einen Helm und eine Einsatzjacke mit der Aufschrift „Bürgermeister Eichenzell“.

 

Stimmen aus den Fraktionen

Joachim Bohl von der CDU lobte Dieter Kolb: „Es war immer eine gute und vertrauensvolle Arbeit mit dir. Auch wenn wir uns nicht immer einig waren, wurden die Diskussionen nie öffentlich ausgetragen. Das ist ein Qualitätsmerkmal.“ Kolb habe viele Projekte angestoßen, vom Glasfaserprojekt bis zum Herrenhaus. Am Ende der Rede überreichte Bohl ein Präsent und zitierte mit einem Augenzwinkern: „Von Zeit zu Zeit sehen wir den Alten gern.“ (Goethe)

Weniger herzliche Worte fand Joachim Weber von der BLE zu Kolbs Abschied. „Unser Verhältnis ist angespannt gewesen. Und beim Thema Weider hätte einiges besser gemacht werden können. Trotz aller Differenzen möchte dir die BLE aber für dein Engagement danken.“ Ein Präsent gab es nicht, aber das Fazit: „Bürgermeister zu sein, ist ein schwerer Job. In den zwölf Jahren ist Eichenzell gewachsen, in allen Bereichen, deshalb war es auch gut.“

Lutz Köhler von der SPD würdigte die Amtszeit des scheidenden Bürgermeisters mit den Worten: „Deinem Mut ist es zu verdanken, dass das Glasfaserprojekt umgesetzt wurde.“ Die Zusammenarbeit sei von Akzeptanz und Respekt geprägt gewesen: „Du bist mir ohnehin sympathisch“, stellte Köhler heraus. Dass Kolb auch persönliche Angriffe aushalten musste, habe Köhler erschrocken. „Da hast du keine Besoldung, sondern Schmerzensgeld verdient.“

„Zwölf Jahre hast du Geschichte geschrieben und bist mit Bravour durch Höhen und Tiefen gegangen“, sagte Alfons Schäfer von der CWE. Kolb habe viele Dinge angepackt und zum Wohl der Bürger umgesetzt. Schäfer nannte in dem Zusammenhang die Städtepartnerschaften, das Inklusionsprojekt im Herrenhaus und dass Windkraftanlagen im Gemeindegebiet verhindert werden konnten. Kolb sei als Bürgermeister ein „Gewinn für Eichenzell“ gewesen.

 

Text und Fotos: Fuldaer Zeitung / Daniela Petersen

 

Die Bürgermeister vor Dieter Kolb seit der Gebietsreform

Rudolf Breithecker Helmut  Gladbach Thomas Schadow Karl Ebert
 1996 bis 2008 1990 bis 1996 1984 bis 1990 1972 bis 1983