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Bei bestem Sommerwetter folgten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger der Einladung zum geführten Waldspaziergang am Rippberg. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von HessenForst sowie der Gemeinde Eichenzell bot sich den Teilnehmenden am Mittwoch, den 24.06.2026, die Gelegenheit, den Wald einmal aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und sich direkt vor Ort über aktuelle Maßnahmen zu informieren.
Im Mittelpunkt der rund fünf Kilometer langen Tour standen die bereits umgesetzten Maßnahmen zum Wasserrückhalt im Wald. Sophie Hartmann und Leopold Haberl von HessenForst erläuterten anschaulich, wie durch Rigolen, Sickermulden und gezielte Eingriffe an Wegen der Wasserabfluss verlangsamt und die Wasserspeicherung im Boden verbessert werden konnte. Die Teilnehmenden konnten sich selbst ein Bild davon machen, wie diese Maßnahmen wirken und welchen Beitrag sie zum Hochwasserschutz, zur Grundwasserbildung und zur Stabilisierung des Waldes in Trockenperioden leisten.
Die Teilnehmenden bekommen Informationen aus erster Hand und Sophie Hartmann erklärt anschaulich die Funktionsweise einer angelegten Rigole und wie dadurch bei Starkregen weniger Wasser in die Orte gelangt:
Besonders positiv hervorgehoben wurde die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen HessenForst und der Gemeinde Eichenzell. Durch die gebündelte Fachkompetenz konnten gezielt Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, die sowohl den ökologischen Zustand des Waldes verbessern als auch den Schutz der angrenzenden Flächen stärken. Dieses Zusammenspiel zeigt beispielhaft, wie kommunales Engagement und forstliche Expertise wirkungsvoll Hand in Hand gehen können.
Ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung war zudem der offene Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Fragen, Anregungen und Rückmeldungen der Teilnehmenden wurden aktiv aufgenommen und diskutiert. HessenForst und die Gemeinde Eichenzell verstehen diese Beteiligung als zentralen Baustein ihrer Arbeit: Transparenz schaffen, Zusammenhänge verständlich vermitteln und die Anliegen der Bevölkerung ernst nehmen.
Unser Wald für den Wasserrückhalt: Sickermulden helfen den Bäumen und Tieren im Wald über längere Trockenperioden. Wie genau eine Sickermulde funktioniert und was beim Anlegen zu beachten ist, erklärte Sophie Hartmann an einer der Stationen. Der direkte Austausch war gewinnbringend für alle Seiten.
Der Waldspaziergang hat einmal mehr gezeigt, wie groß das Interesse an den Themen Klimaanpassung, Wasserrückhalt und nachhaltige Waldbewirtschaftung vor Ort ist. Die Gemeinde Eichenzell bedankt sich herzlich bei HessenForst für die fachkundige Begleitung sowie bei allen Teilnehmenden für das rege Interesse und den konstruktiven Austausch.
Der Klimawandel verstärkt Starkregenereignisse und verlängert Trockenphasen im Sommer. Schäden können durch gezielte Rückhaltung und Speicherung von Niederschlagswasser im Wald abgemildert werden: Verminderter Oberflächenabfluss und eine verstärkte Wasserspeicherung verbessern den Wasserhaushalt nicht nur lokal, sondern können sich auch auf unterliegende Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen positiv auswirken. Der Hochwasserabfluss bei Starkregen kann verringert, die Grundwasserneubildung gefördert und die Wasserversorgung der Wälder in Trockenphasen stabilisiert werden. Gleichzeitig können durch einen verstärkten Wasserrückhalt Gewässer und ihr Umfeld sowie Feuchthabitate ökologisch aufgewertet und so an den Klimawandel angepasst werden.
Auch der Wald am Rippberg ist trotz seiner zahlreichen Quellen von Dürreschäden betroffen. Der natürliche Wasserabfluss wird durch den Menschen stark beeinflusst. Fahrspuren, Wegeseitengräben und Durchlässe konzentrieren oberflächlich fließendes Wasser und leiten es schnell und ohne Möglichkeit zur Versickerung aus dem Wald in den Döllbach. Das erhöht auch die Hochwassergefahr bei einem Starkregenereignis.
Am 20.04.2026 wurden die umgesetzten Maßnahmen durch Sophie Hartmann und Leopold Haberl (HessenForst) vorgestellt und zusammen mit den Mitarbeitern der Gemeinde Eichenzell begutachtet. Teil der Begehung war auch die Festlegung zukünftiger Wartungsarbeiten, um den Wasserrückhalt am Rippberg kontinuierlich sicherzustellen und schrittweise zu verbessern.
Der Schutz vor Starkregenereignissen und Dürreperioden ist sowohl HessenForst, als auch der Gemeinde Eichenzell ein wichtiges Anliegen. Daher wurde ein Maßnahmenpaket finanziert, das sich aus ca. 60 kleinen Maßnahmen zusammensetzt, die sich über den ganzen Hang verteilen. Dadurch wird Wasser im Wald zum Versickern gebracht, um einerseits den andauernden Trockenphasen entgegenzuwirken und andererseits Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen vor Oberflächenabfluss zu schützen. Viele kleine, gut platzierte Maßnahmen bewirken wesentlich mehr als ein einziges großes Rückhaltebecken. Bereits jetzt ist sichtbar, dass mit den verwendeten finanziellen Mittel die erwünschte Wirkung erzielt werden kann.
Folgende Maßnahmen wurden umgesetzt:
18 neue Rigolen: Rigolen erfüllen die gleiche Funktion wie ein Durchlass, nur dass das Wasser auf breiterer Fläche und deutlich verlangsamt den Weg durchfließen kann. Sie stellen naturschutzfachlich bei Quellgerinnen, wie sie am Rippberg häufig vorkommen, die deutlich hochwertigere Variante dar
Anlage von ca. 30 Sickermulden um den Oberflächenabfluss zu verlangsamen und das Versickern im Boden zu fördern
Abschläge an Wegebanketten und an Fahrspuren: Abschläge führen das Wasser aus der Fahrspur oder vom Forstweg wieder in den Bestand. Im besten Fall landet auf diese Weise gar nicht erst so viel Wasser im Wegeseitengraben
Händische Verbauung der vorhandenen Erosionsrinnen mit Hölzern
Bei Fragen können Sie sich an Sophie Hartmann von HessenForst (0160-4714955) oder an Joleen Bleuel von der Gemeinde Eichenzell wenden (06659 979-168).